Das fünftägige Projekt „Collage Total“ entstand aus einer Kooperation des Max Ernst Museums mit der Pestalozzi-Schule. Ziel des Projekts war es, Schülerinnen und Schülern einen intensiven Zugang zu künstlerischen Arbeitsweisen zu ermöglichen und ihnen gleichzeitig einen neuen Erfahrungsraum außerhalb des schulischen Alltags zu eröffnen. Begleitet wurde das Projekt von zwei bildenden Künstlern sowie einem Musiker, die gemeinsam mit den Lehrkräften und der Museumspädagogik ein vielseitiges künstlerisches Lernsetting gestalteten.
Über einen Zeitraum von fünf Tagen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler täglich im Museum als außerschulischem Lernort. Die gemeinsame Zeit wurde nicht nur durch die künstlerische Arbeit geprägt, sondern auch durch informelle Momente des Austauschs und der Gemeinschaft – etwa beim täglichen gemeinsamen Mittagessen im Freien, das bei fast sommerlichem Wetter im sonnigen Museumsumfeld stattfand. Diese besondere Atmosphäre trug wesentlich zu einer offenen, vertrauensvollen und kreativen Arbeitsumgebung bei.
Im Zentrum des Projekts stand die künstlerische Technik der Collage als experimentelle und niederschwellige Ausdrucksform. Die Schülerinnen und Schüler lernten verschiedene Formen dieser Arbeitsweise kennen und entwickelten eigene künstlerische Ansätze:
- Papiercollagen, in denen mit Farben, Formen und Bildfragmenten gearbeitet wurde
- Assemblagen, bei denen unterschiedliche Materialien – insbesondere Verpackungsmaterialien und Alltagsgegenstände – zu neuen plastischen Kompositionen zusammengefügt wurden
- Klangcollagen, bei denen Geräusche und Töne aus der Umgebung aufgenommen und anschließend zu einem vielschichtigen Klanggefüge arrangiert wurden
- Digitale Collagen mit KI-Unterstützung, bei denen die Schülerinnen und Schüler eigene Bildideen mithilfe digitaler Werkzeuge entwickelten und transformierten
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Verbindung analoger und digitaler künstlerischer Verfahren. Die entstandenen Assemblagen wurden digital erfasst und anschließend mithilfe eines 3D-Druckers in neue räumliche Formen übertragen. Auf diese Weise konnten die Schülerinnen und Schüler erleben, wie ihre Ideen von der materiellen Collage über digitale Bearbeitungsschritte zu einer neuen plastischen Form weiterentwickelt werden.
Das Arbeiten im Museum ermöglichte den Schülerinnen und Schülern eine Erfahrung von Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und kreativer Autonomie. Gerade für junge Menschen mit unterschiedlichen Lernausgangslagen im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung eröffneten sich hier neue Handlungsspielräume. In einem offenen, künstlerisch geprägten Umfeld konnten sie ihre Fähigkeiten neu entdecken, eigene Entscheidungen treffen und ihre Ideen sichtbar und hörbar werden lassen.
Den feierlichen Abschluss des Projekts bildete eine öffentliche Vernissage, die den entstandenen Arbeiten einen würdigen Rahmen gab. Zahlreiche Klassen der Schule, Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde, Eltern sowie weitere Angehörige nahmen an der Präsentation teil. In einer ausgesprochen wertschätzenden Atmosphäre wurden die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler vorgestellt. Begleitet von kurzen Ansprachen, kleinen Snacks und Getränken konnten die Besucherinnen und Besucher die entstandenen Collagen, Assemblagen sowie die Klanginstallationen und Klangcollagen erleben.
Die Präsentation der Werke machte die kreative Leistung der Schülerinnen und Schüler sichtbar und würdigte ihr Engagement in besonderer Weise. Für viele der Beteiligten stellte diese öffentliche Anerkennung einen wichtigen Moment des Stolzes und der Bestätigung dar.
Das Projekt „Collage Total“ zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial in der Zusammenarbeit von Museum, Künstlerinnen und Künstlern sowie Schule liegt. Die Verbindung von künstlerischer Praxis, digitaler Technik und gemeinschaftlicher Erfahrung eröffnete den Schülerinnen und Schülern neue Zugänge zu Kunst, Kultur und zu den eigenen kreativen Fähigkeiten. Damit wurde nicht nur kulturelle Teilhabe ermöglicht, sondern auch ein nachhaltiger Impuls für Selbstvertrauen, Ausdrucksfähigkeit und ästhetische Bildung gesetzt.
Vielen lieben Dank für diese wunderbare Kooperation!

